Historische Baustoffe Ostalb:
Glossar/Fachbegriffe

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Glossar/Fachbegriffe

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Art Deco
aus dem französischen arts décoratifs, um 1920 bis 1940, beschreibt eine Bewegung in der Designgeschichte, die die Formgebung von Gegenständen in allen Lebensbereichen wie Architektur, Möbeln, Mode oder Gebrauchsartikeln umfasste.
Beschläge
Beschläge sind beispielsweise Griffe, Klappen, Schlüsselschilder sowie Scharniere, die zwei zueinander bewegliche Teile miteinander verbinden.
Bossenstein
Bosse= die rauh bearbeitete Außenfläche eines Quadersteins. Die Steinfläche wird mit einem Bossiereisen bearbeitet.
Dachziegel
Dachziegel, Dachpfannen oder Dachplatten sind flächige grobkeramische Bauelemente zum Eindecken von geneigten Dächern. Ihre Herstellung erfolgt durch Brennen von Ton.
Firstziegel
Die Dachdeckung am First, das ist der horizontale, obere Abschluß von Dächern, besteht bei Dachziegeleindeckung aus besonderen Formziegeln, den sogenannten Firstziegeln. Sie können trocken (Trockenfirst) oder in Mörtel verlegt werden.
Gründerzeit
ca. 1870-1914. Der Stil, der in der Gründerzeit entstandenen Gebäude(z.B.) nennt sich Historismus. (In der Umgangssprache ist mit Gründerzeitstil daher der Historismus gemeint.)
Gusseisen
Der Name Gusseisen leitet sich vom Verfahren der Formgebung ab. Geschmolzenes Eisen wird in Formen gegossen. Gusseisen läßt sich wegen seines hohen Kohlenstoffgehaltes nicht mehr schmieden.
Handgestrichen
Bezeichnung für handgemachte Backsteine und Dachziegel.
Jugendstil
ca. 1880-1914. Namensgeber der Bewegung, die in Deutschland zuvor als Art Nouveau bezeichnet wurde, war die künstlerische Wochenzeitschrift "Die Jugend". Weitere einflussreiche Zeitschriften waren der Münchner Simplicissimus und die Berliner Zeitschrift Pan. Besondere Merkmale des Jugendstils sind dekorativ geschwungene Linien sowie flächenhafte florale Ornamente und die Aufgabe von Symmetrien.(wenn man so will, die Abkehr vom Historismus.)
Kastenschloss
Das Kastenschloss wird auf der Innenseite einer Tür, z. B. Haustür oder Wohnungstür aufgesetzt. Es hat die Form eines Kastens und ist im Ganzen sichtbar.
Laibung (Leibung)
Auch Gewände genannt. Bezeichnung für die senkrechten, seitlichen Teile von äußeren Fenster-/Türumrahmungen aus Natur- oder Betonwerkstein. Die Umrahmung besteht aus Sohlbank, Gewändeteilen und Sturz.
Nadelholz
siehe Weichholz
Naturstein
Als Naturstein werden im allgemeinen alle Gesteine bezeichnet, wie man sie in der Natur vorfindet. (im Gegensatz zu Backsteinen oder Ziegeln, die von Menschen hergestellt werden). Naturstein als gesägtes oder behauenes Produkt wird als Naturwerkstein bezeichnet, undimensionierter Naturstein als Bruchstein.
Oolith
Kalkstein, der aus kleinen Kalkkügelchen zusammengesetzt ist. Diese Kügelchen gleichen Fischeiern (griechisch,oon:Ei), daher im Deutschen auch "Rogenstein" genannt. Im Brenztal, bei Heidenheim, wurde früher der Brenztal-Trümmer-Oolith in Steinbrüchen abgebaut. Ein Weißjura Kalkgestein durchsetzt mit Fossilbruchstücken von Muscheln, Schnecken, Korallen, Seeigeln... Unter anderem wurde der Oolith Kalkstein am Alten Rathaus und am Hauptbahnhof in Heidenheim verwendet, sowie am Rathaus in Wien.
Patina
Patina ist eine durch natürliche oder künstliche Alterung entstandene Oberfläche. (eine Veränderung in Farbe und Struktur)
Pflaster, Pflastersteine
Als Pflaster wird ein Belag für Straßen- und Wegebau und seltener für Fußböden in Gebäuden bezeichnet. Der Pflasterbelag besteht aus den eigentlichen Pflastersteinen. Pflastersteine werden aus Naturstein, Beton, Klinker, Holz oder Hochofenschlacke hergestellt.
Pitchpine
Kieferholz aus Übersee, das sehr fest, hart und schwer ist, mäßig bis gering schwindet und ein sehr beliebter Bodenbelag in der Gründerzeit und vor Allem im Jugendstil war.
Römischer Verband
Der Römische Verband ist ein "wildes" (unregelmäßig erscheinendes) Verlegemuster für Keramikfliesen und Natursteinplatten bei der Verwendung als Bodenbelag oder Wegpflaster.
Reichsformat
Im Zeitalter der Industriealisierung wurde 1872 in Deutschland per Gesetz das so genannte „Reichsformat“ für Ziegel (heute „altes Reichsformat“) eingeführt: 25 cm × 12 cm × 6,5 cm.
Schlußstein
Der mittlere Stein im Bogen (z.B.Rundbogen aus Naturstein) wird Schlussstein genannt und ist oft dekorativ herausgearbeitet.
Schmiedeeisen
Wenn Stahl auf eine Temperatur zwischen 800°C und 1200°C erhitzt wird, verändert sich sein Gefüge und wird weich. Diese Eigenschaft nutzt der Schmied zum Verformen des Stahls. Historisch betrachtet ist Schmiedeeisen der älteste aller Werkstoffe. Jahrhunderte lang wurden Beschläge von Kunstschmieden aus Schmiedeeisen gefertigt.
Solnhofener Platten
Naturstein aus dem Raum Solnhofen und Eichstätt. Verwendung überwiegend als Boden- und Wandbelag.
Türanschlag
Die Anschlagseite ist die Seite einer Tür, an der das Band (Scharnier) angeschlagen (befestigt) ist. Stellt man sich auf diese Seite und befinden sich die Bänder an der linken Seite der Tür, dann handelt es sich um eine links angeschlagene Tür (DIN links). Befinden sie sich rechts, so ist es eine rechts angeschlagene Tür (DIN rechts).
Terra Cotta
Terra Cotta wird aus Ton/Lehm hergestellt. Handgemachte Terracottafliesen, farblich von gelb über rot bis braun waren ein beliebter Bodenbelag in südlichen Ländern (u.a. in Spanien, Frankreich und Italien).
Terrazzo
Terrazzo ist künstlicher mineralischer Stein, früher aus Kalksplitt und Kalkmörtel hergestellt. Ab der Mitte des 19 Jahrhunderts aus Zementmörtel und wird mit farbigen Sanden und / oder farbigen Splitten gemischt gegossen und danach geschliffen.
Weichholz
Holz der Tanne, Fichte, Lärche, Kiefer (auch Nadelholz)
Ziegelsteine
Ziegelsteine werden durch brennen von Ton und Lehm mit Zuschlägen von Sanden, gemahlenem Ziegelbruch und / oder Hochofenschlacke hergestellt. Die Farbunterschiede sind regional bedingt.